Auch in diesem Jahr haben alle Nonnen den strengen Winter gut überstanden. In jedem Jahr ist es erstaunlich, dass auch die sehr fragilen alten Nonnen wieder durch den Winter gekommen sind. Erst Ende April, Anfang Mai konnte mit der Arbeit auf den Feldern und im Gemüsegarten begonnen werden.
Chamba hat sich um die Arbeit im Gemüsegarten in Nyerma gekümmert, der in diesem Jahr ein Stück größer geworden ist. Die Nonnen können jetzt genug Gemüse ernten, das sie trocknen und im Keller lagern können, um durch den Winter und Frühling zu kommen.
In Leh und Umgebung ist nach der Naturkatastrophe im vergangenen Jahr viel aufgeräumt und wiederaufgebaut worden. An vielen Stellen wird gebaut. Je weiter man sich von Leh entfernt, desto mehr Schäden sind aber noch sichtbar.
Wetter und Klima sind für viele Menschen in Ladakh ein wichtiges Thema. Jeder hält ein wachsames Auge auf das Wetter, und das tat ich auch. Es wurden viele Pujas (Gebetstreffen) abgehalten, um für die Menschen zu beten, die im vergangenen Jahr bei der Flutkatastrophe ums Leben kamen – und um darum zu bitten, dass sich solch ein Wolkenbruch in Zukunft nicht wiederholt.
Das Gästehaus ist weiter ein Erfolg
Carola Grutter war die erste Freiwillige in diesem Sommer. Von Anfang Mai bis Ende Juni empfing sie die Gäste, kochte, machte die Zimmer sauber und sorgte dafür, dass alles glatt lief.
Aufgrund besonderer Umstände konnten die für den Monat August vorgesehenen Freiwilligen nicht kommen. Wir sind das Problem gemeinsam angegangen: ich selbst, Marlies Bosch und Ellen Poelen sprangen ein. Anneke van der Heide und Josephien Budel (beide waren in der Vergangenheit schon einmal Freiwillige gewesen) verzichteten auf ihren Urlaub und machten sich stattdessen an die Arbeit.
Dechen und Chamba, die beiden Nonnen, die den größten Anteil am Betrieb des Gästehauses haben, haben wieder einmal gezeigt, wie gut sie die Arbeit bewältigen. Ein Problem ist vor allem der Mangel an körperlich fitten Nonnen, die bei der Arbeit helfen können. Ein schwieriges Thema bleibt die Reservierungsverfolgung.
Im vergangenen Jahr war das Kloster gerade neu gestrichen worden, als der Wolkenbruch die neue Farbe wieder abspülte. In diesem Sommer wurden sowohl das Kloster als auch das Gästehaus mit höherwertiger Farbe erneut gestrichen. Die Maler wurden uns von Rinpoche geschickt, nachdem sie mit der Arbeit am großen Kloster in Thiksey fertig waren.

Es ist toll zu sehen, dass immer mehr Menschen aus immer mehr Ländern ihren Weg zum Gästehaus in Nyerma finden. Die beste Werbung sind die Gäste, die immer wieder zurück kommen.
Die Einkünfte in diesem Sommer betrugen 3766,00 €. Mit dieser Summe kommen die Nonnen gut durch den Winter, wie kalt er auch werden mag!