Doris Eddelbüttel
NEWSLETTER FEBRUARY 2006
Als ich am 19. Januar nach Leh flog, wurde ich von einem
außergewöhnlich verschneiten Ladakh begrüßt. Mehr als 40
Zentimeter, nicht schlecht für eine Wüste! Nachts sank das
Thermometer auf bis zu -32 Grad, aber tagsüber in der Sonne war es
erträglich.
Im September 2005 waren die ersten elf Nonnen in die fünf fertigen Zimmer
von Gaden Chhatnyanling eingezogen. Jedes Zimmer hat einen Holzfußboden,
hellgelbe Wände und im Winter eine gemütliche Atmosphäre durch
einen kleinen Ofen in der Zimmermitte.
Über einen Flur geht es zu zwei ladakhischen Toiletten. Ich ware mit der
Bauqualität sehr zufrieden und die sieben Nonnen, die bei meinem Besuch
anwesend waren, sahen sehr glücklich aus. Sie sind den Sponsoren so
dankbar, dass sie sie in ihre abendlichen Gebete einschließen. Zehn
Nonnen sind schon älter, die elfte ist Mitte Zwanzig und kümmert sich
ein wenig um die anderen.
Herr Ishe, der Projektleiter, hat mir die Baustelle gezeigt. Fünf weitere
Räume sollen im Verlauf des Jahres fertig gestellt werden, sie haben
momentan schon ein Dach und Fensterrahmen, aber keine Fenster, Putz und
Fußböden.

19.000 Ziegel warten zudem auf ihren Einsatz zu Frühlingsbeginn.
Die Planung für 2006 sieht vor, eine Küche, einen
Mehrzweck-Gemeinschaftsraum, einen Abstellraum und vier Bäder zu bauen, um
am Ende des Sommers eine geeignete Ausstattung für eine Gemeinschaft von
rund 20 Nonnen zu haben. Der Dharma Gaia Trust hat damit begonnen eine
Ziegelmauer um das Kloster zu bauen, damit der geplante Obst- und
Gemüsegarten vor hungrigen Kühen geschützt ist. Sie ist bereits
zu 60 Prozent fertig.
Für die Innenausstattung der Küche gibt es bereits einen lokalen
Sponsor.
Ein Ziel meiner Reise war es, ein besseres Verständnis für den
Projektumfang, die Kosten und die Prioritäten zu bekommen. Der
Klosterkomplex wird eine zweistöckige Unterkunft mit 25 Zimmern,
Bädern und Essgelegenheiten umfassen. Außerdem gibt es separate
Gebäude mit Klassenzimmern, einem Büro, ein Gästehaus und einen
Tempel.
Die Gesamtkosten werden rund 330.000 Euro betragen. Dies erscheint
zunächst sehr viel zu sein, aber der Plan ist, ein wirklich großes
und schönes Kloster mit einer starken Gemeinschaft an diesem besonderen
Ort zu bauen. Die Stimmung in Nyerma geht dahin, mit Geduld und
Hartnäckigkeit das Kloster auf lange Sicht zum Laufen zu bringen und auf
göttliche Unterstützung zu hoffen. Die ersten fünf Räume
sind der Beweis dafür, dass es funktioniert!!
Die folgenden Tage habe ich Zahlenakrobatik gewidmet. Herr Ishe hat
erklärt, wofür das bisherige Geld ausgegeben wurde und erstellt in
Zusammenarbeit mit der LNA-Buchhalterin eine Bilanz, die Behörden und
Sponsoren gleichermaßen zufrieden stellt.
Eine Rechnungsposten wie ein Mittagessen für 1300 Rupies (25 Euro)
erscheinen zunächst etwas verblüffend, doch der Hintergrund war, dass
hierfür das Essen für 200 Dorfbewohner bezahlt wurde, die den ganzen
Tag Steine zum Füllen des Fundaments geschleppt haben.
So gesehen war es ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und die
Unterstützung durch die Bevölkerung mit Arbeit, Baumaterial und Essen
ist gewaltig.
Herr Ishe hat alle Fragen zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet und wir
haben großes Glück, so einen engagierten Projektleiter zu haben.
Während meines Aufenthalts wurden mir zwei Lücken in unserer
Spendenkampagne bewusst. Während wir in Europa unser bestes tun, um die
ladakhischen Nonnen bekannt zu machen, fahren viele Touristen in Ladakh wieder
nach Hause ohne jemals von den Nonnen, ihren Bedürfnissen und ihren
Standorten zu erfahren. Daher habe ich ein Faltblatt entworfen, das in
Restaurants, Pensionen und Projekten in Leh ausgelegt werden soll, um die
Touristen über die Nonnen zu informieren und sie zu wöchentlichen
Präsentationen bei der LNA einzuladen. Die Präsentationen werden von
Dr. Palmos Assistentinnen gehalten, die fröhliche, intelligente Nonnen
Anfang Zwanzig sind.
Die andere Lücke klafft zwischen den Einrichtungen, die die Nonnen am
dringendsten brauchen (Unterkunft, Essen, Gemeinschaftsraum) und denen, die
Stiftungen bereit sind zu bezuschussen (Schulen, Klassenzimmer,
Bürogebäude). Es scheint, als hätten wir ein arbeitsreiches Jahr
vor uns, wo wir Spenden für die profanen Einrichtungen zusammentragen,
während wir gleichzeitig Anträge für die Bildungsstätten
schreiben.
Wenn Sie Lust bekommen haben, sich einzubringen,
tun
Sie das bitte. Wir brauchen Ihre Hilfe!
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