NEWSLETTER FRÜHJAHR 2005
Begrüßung und Einleitung
Als Vorstandsvorsitzende der Dutch Foundation for Ladakhi Nuns (Niederländischer
Verein für ladakhische Nonnen,
DFLN) begrüße
ich Sie herzlich zur ersten Ausgabe unseres
Newsletters. Der
Vorstand freut sich, mit Ihnen die Neuigkeiten der vergangenen zwei Jahre zu
teilen - von unserer Gründung als gemeinnütziger Verein zur Unterstützung
der Projekte der Ladakh Nuns Association (
LNA) bis zu unserer jüngsten Initiative,
in Nyerma ein Nonnenkloster für die älteren Nonnen der Region Thikse
zu errichten. Wir hoffen, daß Sie diese Informationen, Berichte und Neuigkeiten
interessant finden und wir danken Ihnen für die dauerhafte Unterstützung
der DFLN.
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Professor Jan Willis (Wesleyan University, Middletown, CT, USA)
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Zusammenfassung der bisherigen Aktivitäten der DFLN:
Viele von Ihnen haben sich schon auf unserer Website (www.ladakhnuns.com) über
die Arbeit der DFLN auf dem laufenden gehalten. Da unsere Arbeit für einige
LeserInnen dieses Newsletters aber neu sein dürfte, geben wir hier zunächst
eine kurze Zusammenfassung unserer Organisation.
Die DFLN wurde Anfang 2003 von drei Frauen gegründet (Marlies Bosch, Jan
Willis und Bea Bosch, zusammen mit Erica Terpstra, die Schirmherrin wurde). Im
selben Jahr wurde die DFLN ein eingetragener gemeinnütziger Verein in den
Niederlanden (dieser Status ist in den USA und Deutschland derzeit noch nicht
erreicht).
Im Sommer 2003 reisten die drei Gründerinnen zusammen mit Beas Ehemann,
Jaap Hazen, nach Leh, Ladakh, um der Ladakh Nuns Association (LNA) unter der
Leitung von Dr. Tsering Palmo eine Spende von 1.000 Euro zu übergeben. Die
Ankunft Anfang Juli war ein günstiger Zeitpunkt, da wir viertägige
Lehrreden Seiner Heiligkeit des Dalai Lama in Choglamsar, Ladakh verfolgen konnten.
Danach boten wir diverse Workshops über Dentalhygiene, Selbstorganisation,
Buchhaltung und Power-Point (Computer) an. Die Kurse fanden in den Büros
der LNA statt für Nonnen, die Dr. Palmo eingeladen hatte. Nach den Workshops
haben wir mit einigen Nonnen auf einer viertägigen Busreise verschiedene
Nonnenklöster in diversen Teilen Ladakhs besucht. Marlies hat hunderte von
Bildern von diesen Aktivitäten gemacht und auch ein paar Filmsequenzen gedreht,
um sie später zum Spenden sammeln einzusetzen.
Das Team der DFLN hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Unterstützung
des Klosterbaus in Nyerma für ältere Nonnen zum Hauptziel des Fundraisings
zu machen. Vor der Rückkehr in die Niederlande haben wir uns noch mit dem
zukünftigen Architekten und dem Projektleiter getroffen und an der Grundsteinlegung
für das neue Nonnenkloster teilgenommen.
Im Herbst 2003 wurde ein neuer DFLN-Vorstand gewählt. Derzeitige Vorsitzende
ist Professor Jan Willis, Marlies Bosch ist die Schriftführerin, Myra de
Rooy ist die Schatzmeisterin und Dr. Annette Stokroos ist das vierte Vorstandsmitglied.
Erica Terpstra fungiert weiter als die Schirmherrin.
Im Sommer 2004 sind die Vorstandsmitglieder Myra de Rooy und Marlies Bosch nach
Ladakh zurückgekehrt. Myra, die Autorin von
Vrouwen in Boeddha's Bergen (Frauen in Buddhas
Bergen), verbrachte fünf Monate in der Region und besuchte die Nonnenklöster
Temisgam, Wakkha, Mahabodhi Pandeling und Karsha in Zanskar und führte Interviews
durch, während Marlies ab Ende Juli für fünf Wochen vor Ort war.
Zusammen haben sie einen dreitägigen Workshop für die Nonnen aus der
Gegend um Thikse durchgeführt, die später in Nyerma leben werden. Ursprünglich
war der Workshop für Diskussionen rund um die Herausforderungen des zukünftigen
Lebens in Gemeinschaft gedacht, wurde dann aber kurzerhand in ein Forum zum Erzählen
der Lebensgeschichten der 27 teilnehmenden Nonnen und der bislang erlebten Schwierigkeiten
umgewandelt. Es gab einen regen Austausch an Krankengeschichten und anderen Erfahrungen
zwischen Nonnen und den Besucherinnen. De Rooy und Bosch betonten, daß alle
anwesenden Frauen gleich(berechtigt) sind und der Workshop endete mit dem Gemeinschaftsgefühl,
daß wir alle manchmal Leid erfahren, aber alle auch Freude erleben.
Fotoreportage des
Workshops.
Nach dem Workshop besuchten die zwei DFLN-Mitglieder das Zuhause mehrerer Nonnen
aus dem Workshop. Mit Ausnahme von zwei Nonnen, die einen Job in einem nahegelegenen
Garten haben, der Gemüse für die indische Armee anbaut und daher dort
ein kleines Häuschen haben und vergleichsweise luxuriös wohnen, waren
die Unterkünfte der anderen Nonnen wenig mehr als verlassene Kuhställe.
Die beiden Nonnen, die im Garten arbeiten, tragen schon jetzt viel zur Versorgung
der älteren Nonnen bei und sagten, daß sie bereit wären, Gemüse
und Blumen zu züchten, wenn das Nonnenkloster fertig ist. Nach diesen Besuchen
haben Dorffrauen ein Treffen und eine Zeremonie auf der Baustelle in Nyerma organisiert.
Der Projektleiter Herr Yeshe hat die Namen und die Spenden der Dorfbewohner vorgelesen,
die bisher zum Bauprojekt beigetragen haben. Es wurde deutlich, daß das
Projekt auf den Anstrengungen zahlreicher engagierter Dorfbewohner beruht, die
kontinuierlich einen Beitrag zur Verwirklichung des Klosterbaus leisten. Sie
freuen sich, zu sehen, daß ihre Nonnen endlich ein Zuhause bekommen. Derzeit
sind fünf Zimmer für jeweils zwei Nonnen fertig gebaut und einige weitere
Zimmer und Einrichtungen konnten begonnen werden. Insgesamt sollen 20 Zimmer,
Duschen, Gästezimmer und eine zentrale
Gompa (Tempel) errichtet
werden. Der Bau hängt dabei natürlich vom Wetter und den verfügbaren
Geldern ab.
Fotoreportage über
die Baustelle.
Myra und Marlies haben mehrfach die Büros der LNA besucht und an einer Naga-Zeremonie
als Teil der offiziellen Eröffnung des neuen Bürokomplexes teilgenommen.
Die Hauptgompa der LNA ist mit Unterstützung durch DFLN-Gelder ebenfalls
vollendet worden. Nun können die Nonnen, die dort arbeiten und Kurse besuchen,
auch ihre täglichen Gebete in der
Gompa abhalten.
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Weitere Neuigkeiten aus dem Sommer 2004:
Nel de Jong, eine tibetische Ärztin aus Holland, kam nach Ladakh und sammelte
in Begleitung einer LNA-Nonne in den Bergen Pflanzen und Blumen für tibetische
Medizin. Marlies hielt eine kurze Schulung
über das Erstellen von Power-Point-Präsentationen für
die Bürokräfte der LNA. Doris Eddelbüttel, eine Frau aus Deutschland,
die eine Methode zum Unterrichten von Englisch als Fremdsprache entwickelt hat,
besuchte Ladakh. Sie und Marlies diskutierten Pläne zur Gründung eines
deutschen Ablegers der DFLN (Arbeitstitel: Deutscher Förderverein für
ladakhische Nonnenkultur). Seit dem Sommer erkundigt Doris Möglichkeiten,
in Deutschland ein Konto zu eröffnen und einen Verein zu gründen und
hat mit Marlies 1000 Poster und Faltblätter erstellt und verschickt.
Dr. Palmo hat eine Reihe von Frauen aus der Region zusammengerufen, von denen
einige im Vorstand der LNA sind. Diese Frauen haben die Gründung der Women's
Action Group (WAG) beschlossen, die sich um Frauen und Nonnen mit (sexuellen)
Mißbrauchserfahrungen kümmern soll, insbesondere um Fälle von
Vergewaltigungen. Die WAG soll sich zudem um Probleme älterer Nonnen kümmern.
Frau Dolma ist eine aktive Vorstandsfrau der LNA und nimmt die Ziele der WAG
sehr ernst. Sie sieht eine Notwendigkeit, daß die Frauen aus dem Ort sich
unterstützend um die Belange der Nonnen kümmern.
Myra de Rooy hat 4000 Euro mit nach Ladakh gebracht. Ein Teil des Geldes kam
dem Nyerma Baufonds zugute, ein Teil der LNA und ein Teil war für andere
Projekte an Nonnenklöstern bestimmt. Marlies brachte zusätzlich 1500
Euro mit.
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Pläne für 2005:
Vier Studenten der Wesleyan Universität werden im Sommer sechs Wochen in
Ladakh verbringen und in Nyerma beim Bau des Klosters helfen. Die Studenten kommen
dabei für ihre Kosten selbst auf, um den Nonnen eine Hilfe zu sein.
Marlies Bosch wird im Juni für dreieinhalb Wochen nach Ladakh zurückkehren.
Dank ihrer beherzten Fundraising-Aktivitäten und einer Reihe sehr großzügiger
Spenden im vergangenen Jahr wird sie beinahe 8000 Euro mitnehmen, das meiste
davon für den Bau des Nonnenklosters. Ein bißchen Geld ist für
LNA-Projekte vorgesehen und anderes für diverse Nonnenklöster.
Die Amerikanerin Deb Williams, die in den Niederlanden Lehrerin war, wird 2006
fünf Monate in Ladakh verbringen und in einem
"Train-the-Trainer"-Kurs ladakhischen Nonnen beibringen, wie sie ihren
Schwestern Englisch beibringen können. Die LNA sieht in dieser Initiative
einen der wichtigsten Schritte im Hinblick auf eine zukünftige Eigenständigkeit.
Eine Freiwillige der Organisation OBOS aus Boston, Massachusetts plant in Ladakh
mit der LNA einen Standard-Lehrplan für Gastlehrer zu entwickeln.
Es gibt Pläne, ein engeres Netzwerk mit der niederländischen Chomo-Stiftung
zu knüpfen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu prüfen. Chomo
arbeitet derzeit hauptsächlich in Dharamsala, Indien, war aber ursprünglich
maßgeblich am Aufbau des Nonnenklosters Temisgam beteiligt. Nel Willekens,
die für ihren Beitrag am Bau von Temisgam bekannt ist, arbeitet jetzt ebenfalls
mit der DFLN zusammen.
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Projekte:
Ein Großteil unserer Arbeit konzentriert sich weiter auf das Beschaffen
von Geldern für die Fertigstellung des Nonnenklosters in Nyerma. An zweiter
Stelle stehen wichtige Überlegungen, wie wir Nyerma und die anderen Nonnenklöster
der LNA eigenständig und unabhängig machen können. Die Hoffnung
der DFLN war immer, Geld und Unterstützung für einen Zeitraum von maximal
fünf Jahren zu gewähren, so daß
die Nonnen anschließend für sich selbst sorgen können
und nicht länger von ausländischer Hilfe abhängig sind.
In Sachen Fundraising planen wir, einen Projektantrag an die NCDO (eine gemeinnützige
niederländische Organisation) für ein Stipendium zu stellen. Außerdem
wollen wir uns bei Wilde Ganzen (Wilde Gänse) bewerben, einer Organisation,
die kleine Initiativen in der Dritten Welt unterstützt.
Wir planen, einen Rundbrief an alle Römisch-katholischen Nonnenklöster
zu verschicken und vor dem Hintergrund von Schwesternsolidarität um Sponsoren
für buddhistische Nonnen zu werben
Wir hoffen, von unseren Spendern langfristige Zusagen für jährliche
Beträge für mindestens die nächsten vier Jahre zu bekommen. Dies
erleichtert und ehrenamtlich arbeitenden DFLN-Mitgliedern die Arbeit und macht
den Spendenfluß nach Ladakh berechenbarer.
Wir wollen einen Film fertigstellen über die Situation der Nonnen in Ladakh,
den wir für Spendenaktionen einsetzen können. Marlies bietet bereits
für 100 Euro plus Spesen Power-Point-Präsentationen über dieses
Thema an. Der Erlös geht direkt an die Nonnen in Ladakh. Außerdem bietet
Marlies ihre Fotos, sie auch auf der Website zu sehen sind, zu Gunsten der Nonnen
zum Verkauf an.
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Unser Hauptziel:
Wir benötigen ungefähr 50.000 Euro für die Fertigstellung von
Nyerma. Ein Zimmer für zwei Nonnen kann für zirka 600 Euro gebaut werden,
aber dies beinhaltet kein Bett, Fußbodenbelag oder Küchenutensilien.
Klassenzimmer für jüngere Nonnen müssen hinzukommen sowie einige
Gästezimmer, die dem Kloster kontinuierliche Einnahmen bescheren sollen.
Das Nonnenkloster Nyerma liegt in einem der schönsten und friedlichsten
Flecken Ladakhs, unweit des Männerklosters Thikse. Besucher werden in Nyerma
Ruhe, Entspannung und ein einfaches, komfortables Zimmer vorfinden. Mahlzeiten
können ebenfalls gebucht werden. Mit den Einnahmen durch Gäste, die
hier Retreats machen oder einfach nur im Sommer zu Besuch kommen, können
die Nonnen im Winter das Kloster unterhalten, wenn aufgrund des kalten Wetters
keine Gäste kommen können. Finanzielle Unabhängigkeit ist das
Ziel der LNA und der Nonnen von Nyerma.
Wir danken all jenen ganz herzlich, die uns bereits mit großzügigen
Spenden bedacht haben. All denen, die noch nach Wegen suchen, die ladakhischen
Nonnen zu unterstützen, möchten wir eine einmalige oder jährliche
Spende ans Herz legen, oder besuchen Sie unsere Website unter www.ladakhnuns.com,
um sich inspirieren zu lassen.
Sarva Mangalam! All Auspiciousness!
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