DFLN NEWSLETTER 2007
2007 nähert sich dem Ende. Deshalb ist es für den Vorstand der DFLN
an der Zeit, über die Aktivitäten des Jahres zu berichten. Wir tun
das mit Freude, da 2007 erneut ein sehr fruchtbares und ertragreiches Jahr war.
Nyerma
Das neue Nonnenkloster in Nyerma hat sich unter der Aufsicht vom Thikse
Rinpoche sehr verändert. Die 15 Zimmer sind jetzt fertig. Nyerma ist ein
Teil vom Kloster Thikse und der Rinpoche hat das Land gestiftet, auf dem das
Nonnenkloster gebaut worden ist. Deshalb spielt der Rinpoche in diesem Projekt
eine wichtige Rolle. Zurzeit wohnen 17 Nonnen in Kloster, insgesamt ist Platz
für 30 Frauen. Da derzeit noch kein Unterricht angeboten wird, ist es
für die jüngere Generation noch nicht attraktiv, in diesem Kloster zu
leben. Dies wird sich im nächsten Jahr ändern, wenn wir unseren
Ausbildungsfond verwirklicht haben. Dann kann eine Lehrerin bezahlt werden. Das
Kloster beschäftigt eine Frau aus dem Dorf, die jeden Tag das Essen
für die Nonnen zubereitet. Die Nonnen wünschen sich eine Kuh, damit
sie täglich Milch haben. Wir hoffen, diesen Wunsch im nächsten Jahr
erfüllen zu können.
Rinpoche
Aniek Jaartsveld und Marlies Bosch haben den Rinpoche besucht, um über die
Zukunft der Nonnen in Nyerma zu sprechen. Dabei wurde nachdrücklich betont
– und das Versprechen abgegeben – dass die DFLN in den ersten
Jahren für den Lebensunterhalt der Nonnen aufkommt, bis das Gästehaus
genug Geld für die finanzielle Unabhängigkeit der Nonnen
erwirtschaftet. Andere Themen waren der Gemüsegarten und die
Möblierung des Gästehauses. Dies sorgte für einige Erheiterung:
Wir betonten, dass die Bettgestelle Löcher zur Belüftung der
Matratzen haben müssen, aber dies ist ein in Ladakh unbekanntes Konzept.
Aniek und Marlies standen in engem Kontakt zu Tenzin, dem Sekretär des
Thikse Rinpoche. Er spricht fließend Englisch, so dass die Kommunikation
einfach war. Zum ersten Mal war es nützlich, vor Ort ein Mobiltelefon zu
haben: In Ladakh ändern sich Termine häufig in letzter Minute und
diesmal konnten wir informiert werden.
Gästehaus
Wie durch ein Wunder, wurde in diesem Sommer das Gästehaus errichtet. Es
ist ein hübsches, kleines Gebäude an einem einzigartigen Ort. Es hat
sechs Doppelzimmer mit Bad. Die Aussicht ist wundervoll.
Der Rinpoche hat einen quirligen Mönch zum Aufseher gemacht. Innerhalb
eines Monats stand das Gebäude und die Feinheiten dauerten einen weiteren
Monat. Aniek Jaartsveld und Marlies Bosch haben die Einrichtung ausgesucht,
z.B. (gute!) Matratzen, Bettwäsche, Gardinen und Linoleum. Der Rinpoche
hat Schreiner bestellt, um die Möbel (Betten, Tische und Schränke) zu
machen. Im nächsten Jahr soll das Gästehaus eröffnen und wir
suchen Leute, die diese Aufgabe übernehmen wollen.
Aniek Jaartsveld
Aniek Jaartsveld, unsere Koordinatorin für freiwillige Helfer, war diesen
Sommer für fünf Monate in Ladakh. Sie schreibt in einem gesonderten
Artikel über ihre Erfahrungen und über die freiwilligen Helfer.
Cordaid
In diesem Jahr hat Cordaid unseren Antrag abgelehnt, weil sich die
Förderkriterien geändert haben. Nur wenige bis gar keine Anträge
für Gebäude wurden bewilligt. Dennoch befürworten sie weiterhin
unsere Arbeit und wir können uns mit anderen Projekten bewerben.
Ladakh Nuns Association
Die LNA war in der Lage, mit Hilfe der DFLN ein zweites Stockwerk zu bauen. Der
LNA-Komplex jetzt offiziell ein Nonnenkloster und es wurde dort sehr voll mit
mehr als 20 Nonnen, die dort leben und studieren.
Zusammen mit Frauen aus Australien, Thailand und LNA-Mitgliedern haben wir uns
einige Tage zum Thema Richtlinien zusammengesetzt. Die Themen waren: laufende
und zukünftige Projekte, Langzeitprojekte, die finanzielle Situation,
Aufgabenverteilung unter den LNA-Angestellten. Ein Buch über 10 Jahre LNA
wurde zusammengestellt. Eine Gruppe von neun Nonnen ist dabei, ihr
Amchi-Studium (traditionelle tibetische Medizin) in Leh unter Aufsicht von Dr.
Palmo und einem weiteren erfahrenen tibetischen Arzt zu beenden. Unter anderem
lernen sie, selber Medizin herzustellen. Aniek hat damit mittlerweile Erfahrung
(s. Foto auf der Website). Die Nonnen mieten die Ausstattung zur Herstellung
von Medikamenten. Nach ihrem Abschluss brauchen sie eine eigene Ausstattung.
Wir werden versuchen, Mittel dafür zu finden.
Gephel Shadrubling Institute
Marlies Bosch und Aniek Jaartsveld haben eine Reihe von Gesprächen mit
einer Gruppe von jungen Nonnen geführt, die in diesem Jahr das Gephel
Shadrubling-Institut gegründet haben. Die Gruppe besteht aus elf Nonnen,
die vorher im Mahabodhi-Nonnenkloster gelebt haben. Dort haben sie eine
gründliche Ausbildung begonnen. Um ihre Studien fortzuführen,
müssen alle Nonnen (und Mönche) Universitäten oder Institute
außerhalb von Ladakh in Indien oder Nepal besuchen. Die Nonnen hatten die
Idee, in Ladakh die Möglichkeit einer höheren Ausbildung zu schaffen.
Dies ist definitiv revolutionär. Wenn die Nonnen ihren Abschluss haben,
werden sie die Lehrerinnen sein. Vier von ihnen studieren in Kopan, Nepal, eine
Nonne in Südindien und eine in Dharamsala. Fünf Nonnen studieren am
Zentralen Institut für buddhistische Studien in Leh, Ladakh, wo sie
Unterricht in Buddhistischer Philosophie, Englisch, traditioneller Tibetischer
Holzschnitzerei und Kunstmalerei haben. Sie stehen in engem Kontakt
untereinander und sind sich einig, dass ein Institut für eine höhere
Ausbildung in Ladakh essentiell ist. Damit haben Nonnen erstmals die Chance,
eine höhere Ausbildung zu erhalten, dies ist bisher Mönchen
vorbehalten. Dies hat zudem den Vorteil, dass die Nonnen im Klima von Ladakh
bleiben können und nicht im warmen und feuchten Südindien oder Nepal
leben müssen. Die LNA plant ebenfalls ein Institut für eine
höhere Ausbildung. Die beiden Initiativen ergänzen sich. In Sabu baut
die LNA eine Schule, die bis zum 13. Schuljahr führt. Danach können
die Nonnen nach Phey in der Nähe von Spituk wechseln, wo die Gephel-Nonnen
ihr Institut planen. Dies wird allerdings noch viele Jahre dauern und Geld
dafür steht noch nicht bereit. Für beide Projekte ist allerdings
schon ein Stück Land vorgesehen.
Buchhaltung
Erstmalig konnten wir einen professionellen Jahresabschluss an das Finanzamt
übergeben. Ab sofort arbeiten wir mit Codes, die die Buchhaltung leichter
nachvollziehbar machen. Aus den Zahlen geht hervor, dass wir 2006 rund 45.000
Euro gespendet haben. Ein Teil kam von Cordaid (12.500 Euro), aber das meiste
kam von Sponsoren, Spenden und unseren Aktivitäten.
Festivals
2007 haben wir zwei Ladakh-Festivals organisiert. Eins in Haarlem (im Westen
der Niederlande) und eines in Nijmegen (im Osten des Landes). An beiden Orten
kam eine überwältigende Anzahl an enthusiastischen Gästen. Wir
konnten einen enormen Geldbetrag sammeln, der zum Teil aus den Eintrittsgeldern
stammt. Beide Festivals endeten mit einem Benefizdinner. Einige Köche
hatten sich bereit erklärt, leckeres Essen zu zaubern. Das Interesse an
den Workshops und Vorträgen war sehr groß. In Nijmegen hat Nel de
Jong, die einzige tibetische Ärztin in den Niederlanden, über ihre
Arbeit berichtet. Sie kennt Dr. Palmo aus der Zeit als sie gemeinsam in Indien
studiert haben. Das Festival in Nijmegen war kombiniert mit einem Auftritt von
sechs Nonnen aus dem Kopan-Nonnenkloster in Nepal. Sie waren auf Tournee in den
Niederlanden, um Geld für ihr Kloster zu sammeln. Marlis Bosch hat eine
PowerPoint-Präsentation über das Kopan-Kloster gehalten. In diesem
Kloster leben und studieren auch Nonnen aus Ladakh. Wir planen, die Lehrer im
Khachoe Ghakyil Kloster in Kopan zu fragen, den Ladakhischen Nonnen
traditionelle Tänze, Gesänge und Rituale beizubringen, damit sie ihre
Schwestern in Ladakh unterrichten können. In Zukunft können sie
vielleicht sogar in Europa auf Tournee gehen.
Vorträge
Verschiedene Vorstandsmitglieder haben Vorträge über das Leben der
Ladakhischen Nonnen oder Reisen in Tibet und Ladakh gehalten. Bei Bedarf werden
wir 2008 ebenfalls Vorträge und Präsentationen halten.
Medien
Das Thema Ladakh und das Leben der Nonnen war Inhalt zahlreicher Artikel in den
Medien. Die meisten Artikel entstanden rund um die Festivals. Viele regionale
Zeitungen haben Artikel über die Nonnen geschrieben. Wir stehen für
Interviews über die Situation der Ladakhischen Nonnen zur Verfügung.
2006 und 2007 waren eine Reihe von Filmteams in Ladakh, um die Nonnen in Nyerma
zu filmen. Ein indisches Filmteam hat Dr. Palmo interviewt. Eine Kurzversion
des Films wurde beim Ladakhfestival in Nijmegen gezeigt, der gesamte Film wird
zum Jahresbeginn 2008 fertig sein. Ein Vorstandsmitglied wurde für diesen
Film zur Arbeit der DFLN interviewt.
Spenden
Aus Solidarität mit buddhistischen Nonnen haben wir 2007 wieder
großzügige Spenden von römisch-katholischen Nonnenklöstern
erhalten. Wir sind sehr dankbar für diese Geschenke, die unsere Arbeit in
Ladakh möglich machen. Das dritte Jahr in Folge haben uns die Besitzer des
Campingplatzes “les Matherons” in Frankreich ihre Trinkgelder
geschenkt. In diesem Jahr waren dies 1250 Euro. In diesem Jahr haben wir zudem
erfahren, dass jemand uns in ihrem Testament bedacht hat, weil wir unsere
besonders den alten Nonnen widmen. Die Menschen können bei uns sicher
sein, dass das Geld an die, vom Spender vorgesehene, richtige Stelle gelangt.
Mehr und mehr Menschen unterstützen eine Nonne oder eine Gruppe von
Nonnen. Die Tatsache, dass die Leute wissen, dass wir nur die nötigen
Ausgaben für das Bankkonto und für die Festivals machen und dass
Vorstand und freiwillige Helfer ihre Arbeit ehrenamtlich leisten, führt
dazu, dass mehr Menschen unsere Stiftung unterstützen.
Vorstand
Die Vorstandsvorsitzende ist Giny ten Brummelhuis, Annet Stokroos ist
Kassenwartin, Sekretär ist Marlies Bosch, Myra de Rooy ist
stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Aniek Jaartsveld ist Koordinatorin
für freiwillige Helfer. Daneben kümmert sich Joan Moonen um den
Verkauf von Büchern, Postkarten und andere Produkte. Gemeinsam sind wir
ein starkes Team, dass sich in Ladakh in enorm für die Nonnen engagiert.
In den USA werden wir von John Lea und Jessica Mack (jessmack@gmail.com)
unterstützt. Sie besuchte in diesem Sommer erneut Ladakh, um den Einfluss
des tibetischen Buches “Healthy Body, Healthy Mind”, das im
vergangenen Jahr erschienen ist, zu untersuchen. Unser deutsches
Vorstandsmitglied, Doris Eddelbüttel, lebt derzeit in einem Buddhistischen
Kloster in England und kümmert sich unter anderem um die deutsche
Übersetzung der Texte für die Website. Sie war oft in Ladakh.
Chomo
Die Chomo-Stiftung, die sehr aktiv bei der Unterstützung Ladakhischer
Nonnen war, wurde Mitte 2007 geschlossen. Das verbleibende Geld wurde der DFLN
überwiesen, wofür wir sehr dankbar sind. Wir hoffen, dass die
bisherigen Sponsoren und Unterstützer der Chomo-Stiftung in Zukunft der
DFLN treu bleiben.
Danksagung
Natürlich wollen wir uns bei allen Menschen bedanken, die ihre Arbeit in
unsere verschiedenen Aktivitäten (z.B. Festivals) eingebracht haben. Jedes
Mal bieten neue Leute an, in ihrer Stadt das nächste Festival zu
organisieren. Das nächste Festival wird voraussichtlich im Süden des
Landes stattfinden, organisiert von drei Frauen, die im Sommer Ladakh besucht
haben. Auf diese Weise wächst die Stiftung immer weiter. Wir sind
außerdem allen Menschen sehr dankbar, die die Nonnen finanziell durch
Einmalspenden oder fortlaufendes Sponsoring unterstützt haben. Wir wissen,
dass die Nonnen uns täglich in ihre Gebete mit einschließen.
Organisation
Zum Abschluss: Wir sind dabei, unsere Aktivitäten und Strukturen
effizienter zu gestalten. Darüber werden wir Sie auf unserer Website
informieren. Wenn wir Ihre E-Mail-Adresse haben, erhalten Sie eine
persönliche Mitteilung.
November 2007
Für den Vorstand: Marlies Bosch, Geschäftsführerin der DFLN und
Doris Eddelbüttel.
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